Was ist Zöliakie?

Was genau ist eine Zöliakie? – Bei einer Zöliakie müssen sich Betroffene auf eine Ernährung ohne Weizen und anderen glutenhaltigen Getreidesorten umstellen. Die Symptome einer Zöliakie können bei Kindern und Erwachseneren unterschiedlich sein, weshalb man hier auch vom Chamäleon der Medizin spricht. Behandeln kann man die Zöliakie nur mit einer lebenslangen glutenfreien Diät. Es gibt mittlerweile viele glutenfreie und auch leckere Lebensmittel, die eine Ernährung ohne Weizen, Roggen & Co. erleichtern.

Eine Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, bei der eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten festgestellt wird. Umgangssprachlich auch Klebereiweiß genannt, kommt Gluten insbesondere in Getreidesorten, wie z.B. Weizen, Roggen, Gerste vor. Gluten kann aber auch in allen industriell hergestellten Lebensmitteln enthalten sein.

Die Symptome können in jedem Alter auftreten, sobald Nahrung aufgenommen wird. Das bedeutet, dass Babys ab dem 1. Lebensjahr circa die erste Nahrung zu sich nehmen und dabei schon bei einer bestehenden Zöliakie Symptome auftreten können. Eine diagnostizierte Zöliakie bleibt bis ins hohe Lebensalter bestehen. Oft wird eine Zöliakie bei Kindern im Alter von 2-3 Jahren festgestellt oder Zöliakie Symptome bei Erwachsenen treten so im Alter von 40 Jahren auf.

Fest steht, dass eine Zöliakie derzeit nicht ursächlich behandelt werden kann, sondern ein Leben lang bestehen bleibt.

Zöliakie, was ist das?

Diagnose einer Zöliakie

Die Diagnose einer Zöliakie ist schwierig, da es kaum Symptome gibt, die nicht über eine Zöliakie hervorgerufen werden können. Die Beschwerden können vielfältig sein: Es gibt demnach atypische Symptome, bei denen man zuerst nicht eine Zöliakie vermutet. Das heißt, Patienten haben zum Beispiel keinen Durchfall oder nur Eisenmangel. Aufgrund der vielfältigen Symptome bei einer Zöliakie spricht man auch vom Chamäleon der Medizin.

Was ist der Unterschied zwischen Zöliakie und Glutenunverträglichkeit?

Wenn man Gluten nicht verträgt, darf man keine Nudeln, kein Brot, keine Kekse, keine Pizza uvm. essen. Handelt es sich hierbei immer um eine Zöliakie? – Nein!

Es kann sein, dass man keine Zöliakie hat und einige Getreidesorten mit Gluten nicht verträgt. Dann spricht man von einer Allergie oder einer individuellen Unverträglichkeit. Bei einer Allergie gegen Gluten reagiert der Körper bei der Aufnahme von glutenhaltigen Lebensmitteln als Fremdkörper und will diesen schnellst möglichst bekämpfen. Dieser Mechanismus ist als eine Überreaktion des Körpers zu sehen, weil der Stoff (z.B. das in Weizen enthaltene Gluten) bei einer Allergie für den Körper per se nicht gefährlich ist.

Bei einer Allergie gegen Gluten kann es direkt nach der Nahrungsaufnahme zu Beschwerden führen, z.B. einem Blähbauch bis hin zu einem anaphylaktischen Schock.

Auch bei einer Glutenunverträglichkeit kommt es zu Bildung von Antikörpern. Diese Unverträglichkeit führt nicht sofort zu Beschwerden, sondern die Symptome bei einer Glutenunverträglichkeit können auch erst nach Stunden oder Tagen auftreten. Da die Beschwerden nicht unmittelbar nach dem Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln aufkommen, erschwert es die Diagnose, worauf die Symptome zurückzuführen sind.

Fazit: Bei einer Zöliakie kommt zu einer entzündlichen Veränderung der Dünndarmschleimhaut. Bei einer Allergie können Antikörper im Blut nachgewiesen werden; bei einer Zöliakie nicht.

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Warum ist Gluten für mich gefährlich?

Bei einer bestehenden Zöliakie lösen glutenhaltigen Nahrungsmitteln Entzündungen der Dünndarmschleimhaut aus. Dabei werden die Darmzotten an der Dünndarmwand zerstört. Die Zotten bilden sich zurück und die Oberfläche wird verkleinert. Dadurch können Nährstoffe nur noch schlecht aufgenommen werden und bleiben unverdaut im Darm. Deshalb leiden Betroffene oft an einem Eisenmangel oder einem Mangel an dem Vitamin B12.

Bei Menschen, die nicht an einer Zöliakie leiden, kann Gluten aufgenommen werden und die Lebensmittel werden im Darm verdaut und danach ausgeschieden. Dies ist bei Menschen mit einer Zöliakie nicht der Fall.

Gluten ist oftmals die Ursache von Schmerzen im Bauch oder Kopf, Blähungen und Durchfall. Diese Symptome können durch Lebensmittel vorkommen, die wir Menschen häufig konsumieren. Gluten, auch Klebereiweiß genannt, kommt in Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen usw. vor. Im Gegensatz zu glutenfreiem Brot sorgt das glutenhaltige Brot dafür, dass es eine gewisse Konsistenz hat und die Brotstruktur elastisch und das Brot knusprig macht. Diejenigen, die Gluten nicht vertragen, leiden an einer Zöliakie bzw. einer Gluten- oder Weizenunverträglichkeit. Eine unerkannte und unbehandelte Glutenunverträglichkeit kann miserable Folgen für den Körper haben. Denn die Dünndarmhaut wird angegriffen und die Darmzotten entwickeln sich zurück. Dies hat zur Folge, dass Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden können und der Körper unterversorgt wird.

Was ist bei Zöliakie zu beachten?

Wer eine Zöliakie hat, dem bleibt aktuell nichts anders übrig, als eine strenge glutenfreie Diät durchzuführen. Diese strenge Diät umfasst auch die Vermeidung von glutenfreien Kochutensilien. Zum Beispiel innerhalb einer Familie müssen unterschiedliche Toaster, Kochutensilien, Schneidebretter etc. verwendet werden. Es reichen meist glutenhaltige Krümel, die jeden Tag unbewusst aufgenommen werden, dass Beschwerden bei Zöliakie-Patienten auftreten können. Das heißt, in gemeinsamen Küchen muss eine Kontamination mit Gluten ausgeschlossen werden.

Nach allgemeiner Auffassung gilt man als Zöliakie Erkrankter als gesund, wenn man sich glutenfrei ernährt. Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft spricht daher von Betroffenen und nicht von Erkrankten.

Was ist verboten bei Zöliakie?

Bei einer Zöliakie muss auf glutenhaltige Lebensmittel verzichtet werden.

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Welche Lebensmittel enthalten Gluten?

Die bekanntesten Getreidesorten, die Gluten enthalten sind folgende:

  • Weizen
  • Gerste
  • Roggen
  • Dinkel
  • Couscous
  • Bulgur
  • Hafer
  • usw.

Aber woher weiß man, welche Lebensmittel Gluten enthalten?

  • Glutenhaltige Produkte finden sich alle in der Familie der Gräser und Getreide wieder (Poaceae = Gramineae / Süßgräser)
  • Nicht alle Gräser- und Getreide-Sorten enthalten Gluten
  • Glutenhaltige Getreidesorten werden oft als Zutaten für Fertigprodukte verwendet
  • Hafer beispielsweise ist von Natur aus glutenfrei, durch die Kontamination mit glutenhaltigen Weizen wird Hafer jedoch nicht als glutenfrei bezeichnet

Deutsche Zöliakie Gesellschaft

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Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (kurz DZG) wurde im Jahr 1974 zunächst als Selbsthilfeorganisation gegründet und hat aktuell ca. 42.000 Mitglieder. Neben der allgemeinen Frage „Was ist Zöliakie?“ unterstützt die DZG in diversen Bereichen:

  • Die Zurverfügungstellung von Lebensmittellisten mit den glutenhaltigen Lebensmitteln
  • Organisation und Zusammenführung von an einer Zöliakie Betroffenen aus derselben Stadt oder demselben Bundesland
  • Berichte von Betroffenen auf ihren Reisen und Erfahrungen in Restaurants (Stichwort Kontamination)
  • Herausgabe der Mitgliederzeitschrift „DZG aktuell“ mit medizinischen Beratungen und Hintergrundinformationen
  • Teleofnische Sprechstunden für Mitglieder
  • Organisation von Events für Jugendliche, die an einer Zöliakie betroffen sind

Auf der Seite der DZG steht:

  • Der jährliche Mitgliedsbeitrag bei der DZG beträgt 45 € pro Kalenderjahr.
  • Bei Neueintritt wird eine einmalige Verwaltungspauschale von 15 € erhoben.

Für weitere Familienmitglieder, die auch Mitglied in der DZG sind, wird eine Pauschale von 3 € pro Kalenderjahr erhoben.

 

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