Behandlung von Zöliakie

Wurde bei einem Patienten eine Glutenunverträglichkeit bzw. Zöliakie festgestellt, muss eine strenge lebenslange Ernährung ohne Gluten eingehalten werden. Aber wie behandle ich die Anzeichen einer Glutenunverträglichkeit? Worauf muss beim Restaurantbesuch und beim gemeinsamen Kochen zu Hause geachtet werden? Welche Vorteile bietet eine glutenfreie Ernährung und kann ich dadurch abnehmen?

Ernährung ohne Gluten

Zöliakie-Betroffene müssen ausführlich beraten werden oder sich einer Gruppe oder Community für Zölis anschließen.

Die einzige mögliche Behandlung einer Zöliakie ist eine strenge glutenfreie Ernährung. Denn bereits kleine Mengen an Gluten können zu einer Entzündung der Dünndarmwand führen. Selbst wenn nach dem Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln keine Anzeichen einer Glutenunverträglichkeit in Form von Beschwerden auftreten, muss die strenge glutenfreie Diät beibehalten werden. Nur so können langfristige Folgen und Erkrankungen, zu denen auch bösartige Darmtumore zählen, vermieden werden.

Leute, die an einer Glutenunverträglichkeit leiden, müssen ihre Ernährung nach der Diagnose komplett umstellen. Glutenhaltige Lebensmittel müssen komplett vermieden werden. Dazu zählen auch Produkte, die aus den glutenhaltigen Getreidesorten, z.B. Weizen, Roggen, Dinkel, erstellt werden. Neben der festen Nahrung muss auch darauf geachtet werden, dass man kein Bier mehr trinken darf. Es gibt aber auch glutenfreies Bier.

Gluten wird in der Lebensmittelindustrie als Bindemittel oder Stabilisator verwendet. Es ist bei einer glutenfreien Ernährung wichtig, dass man nicht nur auf die bekannten glutenfreien Getreidesorten achtet, sondern jedes einzelne Nahrungsmittel auf die Inhaltsstoffe genauestens kontrolliert.

Die Zutatenliste auf Produkten im Lebensmitteleinzelhandel auf der Rückseite zeichnen durch Fettschrift allergene Inhaltsstoffe aus. Eine große Auswahl an glutenfreien Produkten erhält man in Reformhäusern, Drogeriemärkten, Supermärkten und Discountern sowie in diversen Online-Shops.

Zusätzliche Maßnahmen bei einer Ernährung ohne Gluten

Welche zusätzlichen Maßnahmen sollten Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit beachten? Sollte man in einem Haushalt mit jemandem zusammenleben, der nicht an einer Zöliakie leidet, muss man hier insbesondere aufpassen. So sollten beispielsweise Mehle und Brot getrennt voneinander gelagert werden. Beim Backen und Kochen sollte unterschiedliches Geschirr und ein auch ein anderer Toaster muss verwendet werden.

Schon kleine Krümel können bei Zöliakie-Betroffenen Beschwerden verursachen. Beim Grillen oder beim Anbraten müssen zuerst die glutenfreie Speise zubereitet werden, erst danach darf das glutenhaltige Essen zubereitet werden.

Medikamente können auch Gluten enthalten, da diese häufig auch Weizenstärke als Zusatzstoff enthalten können. Also sollte hier auch darauf geachtet werden.

Bei einer glutenfreien Ernährung muss man insbesondere beim Restaurantbesuch vorsichtig sein

Auch auf dem ersten Blick glutenfrei erscheinende Speisen können oft Gluten enthalten. Beispielsweise Suppen werden oft mit Mehl gebunden oder auch Gewürze können Gluten enthalten. Es sollten nur ausdrücklich glutenfreie Speisen auf der Speisekarte bestellt und konsumiert werden.

Häufig ist das Restaurantpersonal darüber informiert, welche Speisen glutenfrei sind bzw. wie diese zubereitet werden. In den meisten deutschen Restaurants erhält man entweder eine separat ausgewiesene glutenfreie Karte (Allergenen-Karte).

Oder es wird hinter den Gerichten in Form von Großbuchstaben oder Zahlen angegeben, ob es sich dabei um glutenhaltige Speisen handelt. Z.B. steht A sehr oft für glutenhaltige Inhaltsstoffe (manchmal stehen auch andere Buchstaben oder Zahlen für eine glutenhaltige Zutat).

Glutenfreie Ernährung muss nicht unbedingt heißen, dass man auf alle leckeren Lebensmittel verzichten muss. Es gibt viele Produkte, die von Natur aus glutenfrei sind. So kann man Obst, Gemüse, Kartoffeln, Milchprodukte usw. problemlos konsumieren, sofern man als Zöliakie-Betroffener nicht an weiteren Allergien leidet.

Glutenfreie Ernährung Vorteile

Da nur 1-2% der deutschen Bevölkerung an einer Zöliakie leidet, sind verhältnismäßig wenige von einer Zöliakie betroffen. Neben der Zöliakie sind einige Menschen von einer Glutensensitivität betroffen und haben Probleme mit dem Stoffwechsel.

Viele ernähren sich dennoch glutenfrei, da sie denken, eine glutenfreie Ernährung bringt Vorteile. Bringt eine glutenfreie Ernährung wirklich Vorteile? Kann ich durch eine glutenfreie Ernährung abnehmen?

 

  • Gluten hat für Nicht-Zölis zunächst keine Nachteile, wenn man gesund ist, genug Sport treibt und die Ernährung nicht ausschließlich aus glutenhaltigen Produkten besteht.
  • Wenn man sich glutenfrei ernährt, reduziert sich automatisch der Konsum von Pizza, Nudeln, Kuchen und Brot, wodurch man automatisch gesünder isst und abnimmt.
  • In Brot bspw. stecken auch sehr viele Nährstoffe. Verzichtet man also auf Brot z.B. fehlen unserem Körper oftmals auch wichtige Vitamine, die wiederum kompensiert werden müssen.
  • Grundsätzlich empfiehlt es sich, auf glutenreduzierte Lebensmittel auszuweichen, wenn man auch nicht an einer Zöliakie leidet, da sich durch die agrarwirtschaftliche Züchtung der Glutengehalt enorm erhöht hat.

Regelmäßige Kontrollen beim Arzt

Auch wenn die Anzeichen einer Glutenunverträglichkeit durch eine Diät nicht mehr auftreten und die Symptome einer Zöliakie verschwinden, sollten regelmäßige Untersuchungen beim Arzt (Gastroenterologen) gemacht werden. 3-6 Monate nach der Diagnose wird eine erste Kontrolle beim Arzt empfohlen.

Mittels eines Antikörpertests kann der erste Erfolg der glutenfreien Ernährung nachgewiesen werden. Dabei sollten die zuvor erhöhten Antikörper schon merkbar abgefallen sein. Über eine Blutabnahme können Antikörper im Blut festgestellt werden und hin und wieder sollten auch Blut-, Leber- und Schilddrüsenwerte sowie Knochendichte überprüft werden. Man sollte auch ein besonderes Augenmerk auf andere Autoimmunerkrankungen richten, die oft in Kombination mit einer Zöliakie (z.B. Diabetes) auftreten können.

Fazit

Bei einer diagnostizierten Glutenunverträglichkeit muss man als Betroffener auf eine Ernährung ohne Gluten umstellen. Insbesondere beim Restaurantbesuch und in gemischen Haushalten (mit Zölis) muss besondere Vorsicht geboten sein. Durch den Verzicht auf glutenhaltige Produkte nimmt man nicht automatisch ab, jedoch reduziert sich die Kohlenhydrat- und Kalorienzufuhr durch den Verzicht auf Pizza, Kuchen, Nudeln etc.